{"id":490,"date":"2017-02-20T17:27:58","date_gmt":"2017-02-20T17:27:58","guid":{"rendered":"http:\/\/unser-steinheim.de\/home\/?page_id=490"},"modified":"2017-02-23T08:40:52","modified_gmt":"2017-02-23T08:40:52","slug":"diadem-und-petticoats","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/unser-steinheim.de\/home\/diadem-und-petticoats","title":{"rendered":"Diadem und Petticoats"},"content":{"rendered":"<table style=\"height: 322px;\" width=\"904\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"909\">In unserem kleinen Dorf waren Anfang der Sechziger Jahre die gesellschaftlichen Ereignisse rar ges\u00e4t. Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Taufen, aber auch da musste man verwandtschaftlich oder bekanntenm\u00e4\u00dfig verbandelt sein, um daran teilnehmen zu k\u00f6nnen. Der einzige H\u00f6hepunkt im Jahr war die Kirmes im Oktober, und zwar in den S\u00e4len der beiden Gastwirtschaften Hofmann und Pitz.<\/p>\n<p>Nun stand im Sommer 1963 ein gro\u00dfes Ereignis bevor \u2013 das 85-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Gesangvereins \u201eFrohsinn Steinheim\u201c.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-492\" src=\"http:\/\/unser-steinheim.de\/wp-content\/uploads\/Diadem-und-Petticoats_Umzug.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"452\" srcset=\"https:\/\/unser-steinheim.de\/wp-content\/uploads\/Diadem-und-Petticoats_Umzug.jpg 700w, https:\/\/unser-steinheim.de\/wp-content\/uploads\/Diadem-und-Petticoats_Umzug-300x194.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Einige M\u00e4dchen zwischen 15 und 19 Jahren waren f\u00fcr einen besonderen Auftritt ausgesucht worden. Begleitet vom M\u00e4nnerchor des Gesangvereins sollten wir den \u201eDonauwalzer\u201c tanzen. Eine Tanzlehrerin aus Nidda, Mary M\u00fcller, wollte mit uns den Tanz ein\u00fcben, ihre Enkelin, die Ballettuntericht hatte, war unsere Solistin.<\/p>\n<p>Wichtiger als die Frage nach den Tanzschritten war f\u00fcr uns Teenager das Kleid. Es war f\u00fcr alle gleich: wei\u00df, das Oberteil aus gemustertem Brokatstoff und der Rock, das war der Hit! Sechs Bahnen T\u00fcll \u00fcbereinander, darunter ein gest\u00e4rkter Petticoat! Uns als Kr\u00f6nung des Ganzen war eine Perlenkette in unserem Haar als Diadem umfunktioniert worden.<\/p>\n<p>Wir waren acht M\u00e4dchen, nat\u00fcrlich alle unverheiratet, und probten nun wochenlang unsere Schritte und Bewegungen. Es sollte alles synchron sein, was selten gelang.<\/p>\n<p>Im Juni wurde auf einer Wiese vor dem Dorf ein gro\u00dfes Zelt aufgebaut, der Tanzboden war unsere B\u00fchne. Ein gro\u00dfes B\u00fchnenbild mit der Donau war von einem Steinheimer B\u00fcrger (Gustel Sch\u00f6n oder Alfred Schwarzer?)\u00a0 gemalt worden und diente als Hintergrund. Sogar eine blaue Illumination wurde installiert, die bei unseren wei\u00dfen Kleidern gut zur Geltung kam. Es kamen viele Gastch\u00f6re, die ihre Lieder darbrachten. Vor lauter Lampenfieber habe ich wenig davon mitbekommen, au\u00dferdem war bei einem Chor mein heimlicher Schwarm und sp\u00e4terer Mann dabei, der ebenfalls meine Aufmerksamkeit erforderte.<\/p>\n<p>Unser Auftritt klappte prima, wir bekamen viel Beifall und mussten etliche Zugaben geben. Dazu hatten wir eine Polonaise nach Mozarts \u201eKleiner Nachtmusik\u201c einstudiert. Unser Tanz hatte vielen G\u00e4sten so gut gefallen, dass wir noch f\u00fcr weitere Auftritte im Sommer gebucht wurden. In Erinnerung geblieben sind mir Lich und Eckartsborn.<\/p>\n<p>Am Sonntagnachmittag zog dann ein gro\u00dfer Festzug durch den Ort. Wir marschierten, mit Blumenk\u00f6rben ausgestattet, strahlend und winkend mit. Allen voran unter einem Bogen aus Fichten die Ehren-Festdame.<\/p>\n<p>Das war nach meiner Konfirmation der erste H\u00f6hepunkt meiner Jugendzeit. Zum Gl\u00fcck sollten noch viele weitere folgen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00a0Bericht und Bild: Annelie Schneider<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserem kleinen Dorf waren Anfang der Sechziger Jahre die gesellschaftlichen Ereignisse rar ges\u00e4t. Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Taufen, aber auch da musste man verwandtschaftlich oder bekanntenm\u00e4\u00dfig verbandelt sein, um daran teilnehmen zu k\u00f6nnen. Der einzige H\u00f6hepunkt im Jahr war die Kirmes im Oktober, und zwar in den S\u00e4len der beiden Gastwirtschaften Hofmann und Pitz. 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